Konzerthaus – Festivals – Resonanzen «Freizeiten»

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Resonanzen «Freizeiten»

21. bis 29. Jänner 2017

In der Gefangenschaft schrieb der Dominikanermönch Tommaso Campanella (1568-1639) zu Beginn des 17. Jahrhunderts seinen berühmten Dialog «Civitas solis», den ‹Sonnenstaat›. In dieser utopischen Gesellschaft sind «die öffentlichen Dienste, Künste, Handwerke und Arbeiten unter Alle verteilt, so dass auf den Einzelnen kaum vier Stunden treffen, die er zu arbeiten hat. Die übrige Zeit kann er mit angenehmem Studium, Disputiren, Lesen, Erzählen, Schreiben, Spazierengehen, geistigen und körperlichen Übungen und mit Vergnügen zubringen.» Nichts ist diesem idealen Gemeinwesen verhasster als der Müßiggang, die «Wurzel aller Faulheit, körperlichen Krankheit und Ausschweifung». Den Sonnenstaatlern ist auch «kein Spiel, das im Sitzen gespielt wird, erlaubt, weder Würfel- noch Schachspiel und ähnliche; sie spielen mit dem Ball, mit Pfeil- und Hakenbüchsenschießen usw.»

Es liegt auf der Hand, dass dieser «Sonnenstaat» unter dem Szepter Ludwigs XIV. (beispielsweise) nicht einmal annähernd verwirklicht werden konnte oder besser gesagt: wollte. Und es ist bestimmt kein Zufall, wenn umgekehrt gerade jene Kapitel der Zeitgeschichte, in denen Campanellas «Prohibitionseifer» mit seiner gewissenhaften Beschäftigungspolitik unter besonderem Augenmerk auf die Beförderung der «Volksgesundheit» auf die Spitze getrieben wurde, zu den dunkelsten gehören.

Im Spannungsfeld zwischen arbeitenden MusikerInnen und zum Erlebnis klingend erfüllter Zeit versammeltem Publikum – der klassischen Konzertsituation – variieren die 25. «Resonanzen» die (Sozial-)Geschichtlichkeit des Freizeitbegriffs und laden Sie mit einem internationalen Aufgebot herausragender Ensembles in historische Kontexte musikalischen Erlebens ein. Die Fest- und Freizeitkulissen wechseln dabei zwischen dem Zimmermannischen Kaffeehaus zu Leipzig, wo Bach «privat» sein und sich musikalisch «austoben» durfte, den farbenfrohen Straßenzügen Havannas, durch welche das kubanische Ensemble Ars Longa in bester Karnevalslaune fegen wird, fürstlichen Jagdgebieten des 18. und 14. Jahrhunderts, dem ausgelassenen Treiben eines englischen Pubs abseits des freudlosen Puritanismus' Cromwells oder der prickelnden Logenlandschaft einer privaten Opernvorführung Anfang des 18. Jahrhunderts.

Keine Ware von der Stange, sondern handkonfektionierte Programme in meisterlicher Interpretation sind in dem Vierteljahrhundert ihres Bestehens längst zum Markenzeichen der «Resonanzen» geworden. Weil uns Ihre Freizeit am Herzen liegt (und wir unsere Arbeit lieben), schnüren wir jedes Jahr aufs Neue und mit großer Hingabe und Freude dieses einzigartige Konzertpaket in der Hoffnung, Sie musikalisch herausfordern, verführen und beglücken zu können! Danke für 25 Jahre Treue und ein herzliches Willkommen allen neuen «Resonanzen»-Fans!

Zum Festivalprogramm (Einzelkarten)

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