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Freude, schöner Götterfunken: Beethoven und Reimann

von Wiener Konzerthaus

Ludwig van Beethovens Neunte ist eines der bekanntesten und meistgespielten Werke der Klassik, und sie ist die feierliche Musik schlechthin. Im Wiener Konzerthaus erklingt dieses außergewöhnliche Werk traditionell zu jedem Jahreswechsel, und schon bei der Eröffnung des Hauses am 19. Oktober 1913 bildete es den Kern des Festprogramms. Vorangestellt war der Neunten damals ein eigens für diesen Anlass bei Richard Strauss in Auftrag gegebenes «Festliches Präludium». Diese schöne Verbindung von Tradition und Gegenwart aufgreifend, hat sich das Konzerthaus zum 100. Geburtstag ein neues Stück für Chor und Orchester von Aribert Reimann gewünscht. Natürlich nimmt Reimann in seinem neuen Werk für das Jubiläumskonzert Bezug auf Beethovens Neunte, die in den vergangenen hundert Jahren – gerade aufgrund ihrer Prominenz – eine höchst wechselvolle Rezeptionsgeschichte erlebte.

Ein Porträt dieses ganz besonderen und einzigartigen Stücks Musikgeschichte – mit Zwischenfragen an Aribert Reimann, gestellt von Barbara Lebitsch.

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20.12.2012 um 09:07 | Publiziert in: Allgemein, Interview, Hinter den Kulissen, Klassik | 0 Kommentar(e)

Philippe Herreweghe on Haydn and why Making Records Makes Sense

von Wiener Konzerthaus

Philippe Herreweghe,
Philippe Herreweghe, picture courtesy Collegium Vocale Ghent, © Michiel Hendryckx

 In a soft, lightly French accented English (except for “Bruckner” and “Mahler”, which he pronounces with a notable Dutch inflection), Philippe Herreweghe sat down after rehearsals with the Salzburg Camerata for their concerts at the Konzerthaus to talk about music. Not Beethoven, or Chopin, which he would go on to perform (and play the hell out of), but Haydn.

Haydn.

Yes!... ?

Is Haydn underrated in a way? Or neglected perhaps? How important is he really in Music?

Well, I have played a lot of Haydn and next week, for example, I am making a recording of Die Schöpfung and we just recorded Die Jahreszeiten and I played, of course, many of the symphonies. The thing is at the moment—and I don’t speak about here, because I don’t know the situation very well in Vienna… but in Belgium and Holland, Haydn is now considered ‘ancient music’ in a way, and is played a lot by the specialist orchestras on historical instrument. And I must say that this music sounds, in my opinion, indeed much better on original instruments. And for that reason normal, modern orchestras don’t play Haydn so much anymore. And since the period instrument orchestras don’t have that much money, they play less often. So for that reason, Haydn isn’t played very often any more.

But he is a fantastic composer, of course. The only thing is that the traditional public is still fundamentally very romantic in their outlook on music. They want to hear romantic music. Even contemporary music is, like you know, not so much present. And Haydn is very happy music, it’s very simple in a way… but very pure. The architecture, the sound, is very intelligent, very refined. But the symphonies of Mahler, for example, are more popular because they are more dramatic. And I think Haydn is music for people who have a really good feeling for music. And not so much of an emotional linkage to the music of the romantic period. Haydn is simply good music; a good sound, a good combination, eine interessante Spielerei. But I, like all musicians, like Haydn a lot because it is very intelligent music.

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07.03.2014 um 21:26 | Publiziert in: Allgemein, Interview, Klassik | 0 Kommentar(e)

The Profound Existentialism of Charles Ives: Kent Nagano in Conversation

von Wiener Konzerthaus


Charles Ives, Captain of his Baseball Team (Hopkins School)

 Kent Nagano waits patiently in the Hotel Lobby. The second I sit down for a quick little interview, the Hotel Lobby pianist, right next to us, starts tickling the ivory. If Hotel Pianism weren’t already annoying enough on its own (if there’s a special place in Hell reserved for Hotel Pianism… everywhere), it’s sure grating when you are trying to listen in on the your vis-à-vis in a conversation. Even more so, when that vis-à-vis is as unhurriedly, unfazedly soft spoken as Kent Nagano. 

I thought Charles Ives would be a nice thing to talk about.

Ok....

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24.03.2014 um 22:30 | Publiziert in: Interview, Klassik | 0 Kommentar(e)

Kent Nagano über Charles Ives

von Wiener Konzerthaus


Kent Nagano, picture © Felix Broede

 Ich sitze kaum, zum Interview bestellt, in der Hotel Lobby, da fängt der Barpianist direkt neben dem ausgewählten Tischchen in der Ecke an, seine Kunst zum Besten zu geben. Den musikalischen Wert dieser Ausführungen dahingestellt, ist das eine ordentliche Hürde wenn man sich auf einen Gesprächspartner konzentrieren will. Ganz besonders wenn das Vis-à-vis mit so ruhiger und gefasster aber eben auch sanfter, leiser Stimme spricht wie Kent Nagano.

Ich dachte Charles Ives wäre ein gutes Thema über das wir reden könnten.

„Ok…“ kommentiert Nagano fragend, mit seinem ruhigen, fast schnurrenden Englisch.

Charles Ives, von dem ich überhaupt erst in Amerika gehört habe, ist zum Teil selbst in seinem Heimatland noch eine Kuriosität und Seltenheit auf Programmen. Manchmal machen ihn Europäische Avantgardisten zum Proto-Avantgardist, aber das halte ich für nur bedingt hilfreich beim Erschließen seiner Musik. Allerdings haben mir Aufnahmen mit seinen Werken auch nicht besonders weitergeholfen. Nur der Live-Genuss ließ es bei mir schnackeln… und Ives kam hervor als eine Art amerikanischer Gustav Mahler. Und doch ist seine Musik so anders als Mahlers. Ives’ Musik scheint nie auf Effekt zugeschnitten. Wenn Cluster und verschiedene Klangwelten aufeinandertreffen, kommt es mir nicht wie für den Kenner zugeschnitten vor, der genau erkennt was da unter der musikalischen Motorhaube passiert. Vielmehr klingt es wie eine Art Klang-Gulasch das einem da entgegengeschmissen wird. Und man riecht die Musik, mehr denn man sie hört.

Ihre Kommentare klingen ein wenig wie die kritischen Schriften über Gustav Mahler von damals…

…die Schriften über die wir uns heute lustig machen?

„Ja.“ [Das knappe „Ja“ mildert Nagano mit einem weichen Schmunzeln ab]

Dienstag, 25. März 2014, 19:30
Großer Saal

San Francisco Symphony

Julia Fischer, Violine
Michael Tilson Thomas, Dirigent

Programm:
             
Henry Brant / Charles Ives: A Concord Symphony

Sergej Prokofjew Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 D-Dur op. 19


 ***

 Hector Berlioz Symphonie fantastique / Episode de la vie d'un artiste op. 14 


Ich meine das keinstenfalls als Verhöhnend oder Despektierlich… versichere ich Nagano, der gleich ein Erleichterndes ein Modikum an Verständniss signalisiert… und sich ins Gespräch wirft.

Ich glaube dass Amerikaner Ives vielleicht anders hören. Vielleicht. Nein, eigentlich stimmt das auch nicht wirklich. Vielleicht können wir aber im 21. Jahrhundert anfangen Ives anders zu hören, als wir das früher noch gemacht haben. [Hier schmeißt sich der gute Klavierspieler wieder so in seine Melodien, dass wir beide völlig aus dem Konzept kommen. Nagano, der nun wirklich nichts dafür kann, entschuldigt sich für die zwar schmissige aber unfreiwillige Begleitung] …aber was Ives geschrieben hat, ist auf so viele Weisen so visionär gewesen, dass die Techniken die er einführte, heute schlicht zu unserem normalen Klangvokabular geworden sind, mit dem wir ständig interagieren. Für uns Amerikaner oder zumindest für mich… also wenn ich Ives höre, dann höre ich die Vereinigten Staaten. Und ich höre Kanada. Ich höre ganz Nordamerika. Ich meine auch die Verbindung von Nord Amerika zu Europa zu hören… schließlich war Ives ja in seinem Training direkt an die europäische Tradition gebunden. Er war ein Zeitgenosse Gustav Mahlers, von Richard Strauss und der Zweiten Wiener Schule. Und das kann man irgendwie hören… diesen Umschwung von einem Jahrhundert aufs nächste, vom 19. ins 20. Jahrhundert. Aber man kann auch unheimlich viel Optimismus hören, ein Gefühl von Freude. Man hört die Kraft und Stärke der Natur und die Unbedeutendheit des Menschen. Man hört einen profunden Existentialismus…

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24.03.2014 um 22:45 | Publiziert in: Klassik, Interview | 0 Kommentar(e)

Anton Webern, Langsamer Satz, and the Belcea Quartet

von Wiener Konzerthaus

Ready. Set. Webern
Anton Webern (click for more)


 
Mittwoch, 26. März 2014, 19:30

Mozart Saal
              
Belcea Quartet / P. Anderszewski

Programm:

Anton Webern, Langsamer Satz für Streichquartett (1905)
Ludwig van Beethoven, Streichquartett F-Dur op. 59/1 (1805-1806)
***
Dmitri Schostakowitsch, Klavierquintett g-moll op. 57 (1940)

Montag, 7. April 2014, 19:30

Mozart Saal

Meta4 Quartet / C. Maltman et al.

Programm:

Samuel Barber, Dover Beach op. 3 (1931)
Benjamin Britten, Three Divertimenti (1936)
Ralph Vaughan Williams, Five mystical songs (1911)
***
Othmar Schoeck, Notturno

Mittwoch, 23. & 24. April 2014, 19:30

Großer Saal

Freiburger Barockorchester
A.Melnikov (Klavier), J.G. Queyras (Violoncello), I. Faust (Violine)
P. Heras-Casado (Dirigent)

Programm:

Robert Schumann,
Ouverture, Scherzo und Finale op. 52 (1845)
Konzert für Klavier und  Orchester a-moll op. 54 (1841-1845)
 ***

Konzert für Violine und Orchester d-moll WoO 23 (1853)
Konzert für Violoncello und Orchester a-moll op. 129 (1850)

Krzysztof Chorzelski, the violist of the Belcea Quartet bemoans at the Dinner after their performance in the Mozart Saal that he missed the Camerata Salzburg with Philippe Herreweghe performing Beethoven and Chopin the night they were giving their first of their twoPurcell-Haydn-Britten recitals. “If I had known, I would have gone to that concert instead” he laughs. “It’s so frustrating to play String Quartet all the time and miss concerts like that.” If he had arrived a day earlier, taken a little more time, we suggest, he could have caught the first performance without playing hookey from his own gig. “I think that’s what we’re planning to do in the future, actually”, he responds in earnest. And follows up eagerly: “Is there something we shouldn’t miss on the night we arrive next time?” 

We excitedly tell Chorzelski about the Freiburger Barockorchester and their titillating all-Schumann Concerto nights with Alexander Melnikov, Isabelle Faust, and Jean-Guihen Queyras and his eyes light up. “Nice. What a fantastic lineup. What a fantastic thing to play all the concertos. Is it on the 24th, or 25th?” It takes a while until we realize that we’re talking April, while the Belcea Quartet next date with Piotr Anderszewski (Webern, Beethoven, Shostakovich) is already this month. The concert they will miss instead is the first of the two San Francisco Symphony performances. Chorzelski knows about it already: “Ah, the one with Julia Fischer playing Prokofiev.” That’s quality stuff, but the hidden gem of interest could well be the Charles Ives “Concord Sonata”, orchestrated. (Well, one movement at least.) “Oh my God! That’s amazing. I heard the Concord Sonata once live, with Pierre-Laurent Aimard…” With or without the…” “With the flute, yes! Wow, it’s a fantastic idea.”


The idea was to talk about Anton Webern’s Langsamer Satz, but now we’re solidly side-tracked on Ives. I confess to never quite having ‘gotten’ orchestral Ives on recordings, and found my way in only thanks to concert performances. There are simply too many layers in his music, too many things going on, that anything but an audiophile five-channel surround sound recording could do it justice at all. “I never heard him in concert halls… well, apart from that Concord Sonata” Chorzelski gripes. “I don’t actually know most of the pieces. I’ve tried to listen to the string quartets… I don’t understand them at all. But the Unanswered Question and Central Park in the Dark, these are just some of the most interesting, amazing pieces.”

[Video performance of the Belcea Quartet playing Langsamer Satz at the end of the article]

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25.03.2014 um 19:28 | Publiziert in: Interview, Klassik | 0 Kommentar(e)


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