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Thomas Hampson im Porträt - Golden Times mit Mélodies

von Wiener Konzerthaus

Der Starbariton zwischen Broadway und französischem Salon

Von Walter Weidringer

Er zählt zu den gefeiertsten, umfassendsten Liedinterpreten unserer Zeit und hat sich auf der Opernbühne ein Repertoire erarbeitet, das von Monteverdi bis zum 21. Jahrhundert reicht. Dennoch fiele es Thomas Hampson niemals ein, es sich einfach auf seinen zahlreichen Lorbeeren gemütlich zu machen. Die für ihn typische Neugierde und Begeisterungsfähigkeit hat er genauso wenig verloren wie die Anziehungskraft, die er auf sein treues Publikum ausübt – auch wenn aus dem einstigen «Boy from Spokane» im fernen US-Bundesstaat Washington mittlerweile ein im besten Sinne gereifter, soignierter Interpret geworden ist, der längst und glücklicherweise auch begonnen hat, sein enormes Wissen über Musik im Allgemeinen und Singen im Besonderen als leidenschaftlicher Lehrer an jüngere Generationen weiterzugeben.

Als Thomas Hampson 2013 nach längerer Abwesenheit seine umjubelte Rückkehr ins Wiener Konzerthaus feierte, hat er zunächst in Verdis «Simon Boccanegra» den unglücklichen Dogen von Venedig porträtiert. Die folgenden Projekte gingen jedoch bereits weit über den üblichen Wirkungskreis des Baritons hinaus: Zuletzt spannte er mit Turbo-Schlagzeuger Martin Grubinger einen Bogen von den Anfängen des Jazz bis zur Gegenwart, davor unternahm er etwa einen stilistischen Brückenschlag vom «Gipsy Swing» zum Broadway. Schon damals wusste er «The Philharmonics» an seiner Seite – und mit dieser mitreißenden Formation beleuchtet Hampson nun ein verwandtes Thema: Unter dem Motto «Golden Times» widmet er sich am 26. Februar der Musik von Cole Porter, Irving Berlin, George Gershwin, Kurt Weill und anderen, gekleidet in kammermusikalisch exquisite und doch auch reichhaltige Arrangements. Gepaart mit Thomas Hampsons differenzierter Vortragskunst ergibt das Intimität und Opulenz zugleich. Daran lässt sich ermessen, dass der kulturell doch stark europäisch geprägte Bariton seine Wurzeln keineswegs verleugnet: «Ich bin Amerikaner mit Leib und Seele. Alles, was ich im Leben erreicht habe, verdanke ich zunächst einmal meiner Herkunft.»

Doch zugleich kann er auch aus kritischer Distanz auf die alte Heimat blicken – und Fehlentwicklungen benennen, die freilich keineswegs auf die USA beschränkt sind: «Wir haben in Amerika noch nie eine Zeit erlebt, in der so viel Wissen so leicht zugänglich war. Gleichzeitig wissen die meisten Menschen immer weniger. Das Ziel der Schulen ist offenbar nicht mehr, Kindern eine umfassende Bildung mit auf den Weg zu geben, sondern sie allein für einen Job vorzubereiten.»

Das Lied, diese untrennbare Verbindung aus Dichterwort und vertiefender, überhöhender Musik: Thomas Hampson weiß sie als treffliche «Waffe» einzusetzen im gewaltlosen Kampf gegen den drohenden Verlust von Kunstsinnigkeit und Herzensbildung. Neben dem goldenen Zeitalter amerikanischer Unterhaltungs- musik stellt er deshalb gemeinsam mit Wolfram Rieger («nicht nur ein großartiger Pianist, Begleiter und Fachmann, sondern auch ein wertvoller Freund») in einem ganz «klassischen» Liederabendprogramm  am 16. Februar Werke an den Rand gedrängter Komponisten der deutschen Romantik wie Weber und Marschner sowie die bei uns weniger bekannten «mélodies» französischer Komponisten wie Meyerbeer, Bizet, Saint-Saëns, Massenet oder Chausson vor.

Der Text von Walter Weidringer ist in den Konzerthausnachrichten Jänner / Februar 2016 erschienen.

 

26.11.2015 um 10:23 | Publiziert in: Allgemein, Interview, Klassik | 0 Kommentar(e)

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