Konzerthaus – Porträts – Daniil Trifonov
Daniil Trifonov

Daniil Trifonov © Dario Acosta (Ausschnitt)

Daniil Trifonov

Im Alter von fünf Jahren begann Daniil Trifonov mit dem Klavierspiel. Um ihrem Sohn die Ausbildung am Moskauer Gnessin-Institut zu ermöglichen, verkauften seine Eltern ihr Hab und Gut in Nischni Nowgorod und zogen in einen Moskauer Vorort. Die zweimal zwei Stunden Fahrtzeit täglich nutzte der hochbegabte Knabe für stumme Fingerübungen. Seit 2011 macht der introvertiert wirkende Trifonov Furore als einer der aufregendsten jungen Pianisten unserer Zeit.

Musikwettbewerbe haben ihre Tücken. Wie adäquat kann man künstlerische Leistungen unter Umständen beurteilen, die viel eher an ein sportliches Kräftemessen erinnern? Im Fall von Daniil Trifonov waren sich die internationalen Jurys jedoch einig wie selten. Zugegeben, beim Chopin-Wettbewerb in Warschau 2010 gewann der damals 19-jährige Russe «nur» den 3. Preis sowie eine Auszeichnung für die beste Mazurken-Interpretation, aber dann ging es Schlag auf Schlag: Im Mai 2011 errang er den 1. Preis beim Rubinstein-Wettbewerb in Israel und nur einen Monat später beim Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau sowohl den 1. Preis im Fach Klavier als auch den Grand Prix des gesamten Bewerbs – ein musikalischer Hattrick, der ihn sofort als neuen Stern am Pianistenhimmel katapultierte. «Er hat alles und mehr», schwärmte Martha Argerich nach dem Moskauer Triumph über ihn. «Was er mit seinen Händen macht, ist technisch unglaublich. Es ist auch sein Anschlag – er besitzt Sanftheit und zugleich das dämonische Element. Ich habe so etwas noch nie gehört.» Dass zu seinen Bewunderern auch Alfred Brendel zählt, der selbst weniger den Tastentigern als den Intellektuellen am Klavier zuzurechnen ist, lässt Trifonovs musikalische Fähigkeiten gleichsam in einem noch breiteren Rampenlicht erstrahlen.

Dem Druck einer explodierenden internationalen Karriere scheint er nicht nur standzuhalten, sondern sich unter den Ohren der Öffentlichkeit auch konstant weiterzuentwickeln. «Trifonov erzeugt einen Furor», schreibt Alex Ross, der Musikkritiker des Magazins «New Yorker», und stellt ihn längst in eine Reihe mit Vladimir Horowitz, Swjatoslaw Richter, Martha Argerich oder Jewgenij Kissin: «Furor-Pianisten zeigen Intelligenz ebenso wie Fingerfertigkeit … Sie lassen uns das Unheimliche, das Diabolische ahnen … Trifonov verfügt über die seltene Kombination aus ungeheurer Technik und strahlendem Klang. Der besondere Trifonov-Effekt ist ein schnelles, glänzendes Tongestöber, das kaum etwas mit den mechanischen Vorgängen von Hämmern und Saiten zu tun zu haben scheint.»

Im Wiener Konzerthaus fügen sich fünf Auftritte zu einem Porträt des faszinierenden Künstlers, der im persönlichen Leben eher ruhig ist: «Mir liegt romantische Musik. Ich bin wahrscheinlich selbst ein Romantiker», sagt er. Das spiegelt sich auch in einem Recital genauso wider wie in einem Liederabend, den er mit Matthias Goerne bestreitet, und in den Orchesterkonzerten, in denen er zwei der bedeutendsten Klavierkonzerte spielt, jenes von Schumann und Prokofjews Drittes.

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